Linde-Sportfest
Die Werner-von-Linde-Halle ist Bestandteil des Olympiapark Münchens. Sie liegt in westlicher Richtung hinter dem Olympiastadion und ist mit diesem durch einen unterirdischen Gang verbunden. Sie diente bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München als Aufwärmhalle und ist benannt nach Werner von Linde.
Werner von Linde wurde am 06.01.1904 geboren, war aktiver Leichtathlet, Ruderer und Rugby-Spieler und stand 1936 im Reservekader der Olympischen Spiele in Berlin. Nach dem Krieg baute er mit Dr. Otto Betz und Dr. Ludwig Schmidt die Leichtathletik-Abteilung des TSV München von 1860 wieder auf. Gemeinsam sammelte sie Geld für ein großes Leichtathletikstadion in München und trug damit zur Finanzierung des Olympiastadions bei. Beide waren Befürworter der Olympischen Spiele 1972 in München und unterstützten die Olympiabewerbung. Nach den Olympischen Spielen wurde Werner von Linde Aufsichtsratsvorsitzender der Olympiapark GmbH und setzte sich aktiv für den Erhalt der Aufwärmhalle ein, welche nach den Olympischen Spielen abgerissen werden sollte. Am 04.07.1975 verstarb Werner von Linde bei einem Unfall. Da die Aufwärmhalle zu dieser Zeit noch keinen Namen hatte, wurde Werner von Linde auf Grund seines vehementen Einsatzes für den Erhalt der Halle Namensgeber.
Die Abteilungsleitung von 1860 München wollte zu dieser Zeit ein Hallensportfest durchführen und suchte dafür einen Namensgeber und einen Ort. Sie gingen auf Familie von Linde zu und dann stand fest; Namensgeber des Sportfestes wurde Werner von Linde. Die treibende Kraft für das Hallensportfest war Frau Käte von Linde mit Dr. Ludwig Schreiber, der damals Sportwart des Hauptvereins und der Leichtathletik von 1860 war. 1976 fand das erste Lindesportfest statt, jedoch noch ohne EDV. Erst als der Kreis 1 München unter Helmut Lindemann nach einigen Veranstaltungen einen PC beschaffte, hörte das (legendäre) manuelle Improvisieren bei der Auswertung der Ergebnisse auf, dass Chaos aber blieb zur Freude der Kleinsten. Seitdem findet es jährlich statt, ausgenommen im Umbaujahr 2006, und hat sich über die Jahre zum größten Kinder- und Jugendsportfestes in Deutschland mit ca. 1000 Teilnehmern entwickelt. Die besondere Beliebtheit der "Nicht-Meisterschaftsveranstaltung" hängt mit dem, an alle Altersklassen angepassten Wettkampfprogramm von den C-Schülern bis zur A-Jugend zusammen. Auch der Cup-Wettbewerb aller Altersklassen, um die von Werner von Linde 1976 gestiftete kostbare Zinnschale, ist einmalig. Bis 1988 waren Günther Lorenz, zu dieser Zeit Geschäftsführender Abteilungsleiter der Leichtathletik von 1860, Herr und Frau Lindemann und die Kampfrichtervereinigung München Organisatoren des Sportfestes. Seit 1988 wird das Lindesportfest von der Leichtathletik-Abteilung des TSV 1860 München, insbesondere durch Organisationsleiter Hermann Wandel, stellvertretender Abteilungsleiter und Schülertrainer, organisiert.
Um 1860 zum unabhängigen Ausrichter der Veranstaltung zu machen, beschaffte Hermann Wandel für das 14. Werner-von-Lindesportfest 1989 PCs, Drucker und EDV Programme. Mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung so zu gestalten, dass mindestens eine "schwarze Null" herauskommt, wurde das Wettkampfprogramm neu definiert und entsprechende Zeitpläne entwickelt. Damit konnte 1989 zum ersten Male auch die C-Schüler Alternativ- und Cup-Wettbewerbe ausgeschrieben und mit großem Erfolg bis heute durchgeführt werden.
Im Jahre 2006 wurde die Halle für ca. 12 Millionen Euro umgebaut. Wesentlich eingesetzt für dem Umbau hat sich Karl Rauh, Abteilungsleiter von 1860 München und Präsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes. Am 20. Januar 2007 wurde die Lindehalle wieder eröffnet.
Seit 1993 ist Dr. Albrecht von Linde, Sohn von Werner von Linde und Unternehmer, Schirmherr des Werner-von-Linde-Sportfestes.
Dr. Albrecht von Linde wurde am 05.07.1944 geboren. Er war früher in aktiver Leichtathlet, besonders über die Mittelstrecke. Aber auch heute noch ist er begeisteter Segeler, Skifahrer, Tennisspieler und Radfahrer. Dr. Abrecht von Linde wurde am 24.03.2007 zum Präsident des TSV 1860 München gewählt. Er war ebenfalls Schatzmeister und führte den TSV 1860 München aus der damaligen Insolvenzgefahr finanziell wieder in die Gewinnzone. Ferner setzte er sich leidenschaftlich für den Erhalt des Grünwalderstadions ein. Im Sommer 2008 endete die Amtszeit als Präsident planmäßig. Er ist den "Löwen" weiterhin tief und herzlich verbunden.
Seine Mutter Käte von Linde, geboren 14.09.1909 und gestorben am 16.07.1993, war brandenburgische Dreikampfmeisterin.
Dr. Albrecht von Linde hat zwei Kinder. Sohn Armin von Linde arbeitet als Investmentbanker in London und wurde 3. bei den nationalen Meisterschaften im Segeln. Tochter Astrid von Linde studiert in Innsbruck Medizin und war mehrfache Kreismeisterin im Tennis. Ihre große Leidenschaft ist jedoch das Langstreckenschwimmen. Am 13. Juli 2004 durchschwamm sie in 13 Stunden und 38 Minuten als jüngste Deutsche den Ärmelkanal. Für Dr. Albrecht von Linde ist das Lindesportfest von jeher ein Jahreshöhepunkt. Mit Begeisterung und viel Interesse verfolgt er die Wettkämpfe und lässt es sich auch nicht nehmen, Siegerehrungen durchzuführen. Seine Kinder werden nach ihm das familiäre Engagement für das Linde-Sportfest fortführen.