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Abteilungsleitung der Fußballer entlastet.

Die Fußballer sind mit 16.712 Mitgliedern die größte Abteilung des TSV München von 1860 e.V.. Am 27. April 2017 hielten sie in der Gaststätte Zunfthaus ihre jährliche Versammlung ab, bei der zwei Abteilungsleitungen mit überwältigender Mehrheit entlastet wurden.

Bei der Entlastung ging es um das Geschäftsjahr 2015/2016. Die Abteilungsleitung Helmut Pestinger, Roman Beer und Thomas Probst wurde für die Amtsperiode vom 1. Juli bis 11. Oktober 2015 bei einer Nein-Stimme und sechs Enthaltungen von den 63 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern entlastet. Anschließend kam es zur Abstimmung über die aktuelle Abteilungsleitung für die Periode vom 12. Oktober 2015 bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni 2016. Hier ging die Entlastung ohne Gegenstimme über die Bühne bei sechs Enthaltungen.

Abteilungsleiter Beer konnte zur Veranstaltung aus dem Präsidium Peter Cassalette und Vize Hans Sitzberger begrüßen, aus dem Verwaltungsrat Dr. Markus Drees, Richard Ostermeier und Robert Reisinger, vom Wahlausschuss Stephanie Dilba und Christian Poschet, von der Jugendleitung Roy Matthes, vom Ordnungsdienst Erwin Schuhbauer, von den Schiedsrichtern Obmann Max Biernath, von den Alten Herren Walter Kopp, von der Sparte Futsal Edin Kulasic sowie den Behindertenbeauftragten Detlef Filipski. Außerdem bedankte sich Beer bei den Geschäftsstellen-Mitarbeitern Ekkehardt Krebs und Laura Stoever für die Unterstützung bei der Organisation der Mitgliederversammlung.

Nachdem Reinhold Mader von der Versammlung zum Protokollar bestimmt und das Protokoll der vorhergehenden Versammlung vom 21. April 2016 genehmigt worden war, trug Beer den Bericht der Abteilung vor. Zunächst hob er beim Totengedenken Ex-Spieler Ferdinand Börstler und den früheren Münchner Oberbürgermeister Dr. Georg Kronawitter hervor, der sich um den Erhalt des Grünwalder Stadions verdient gemacht hatte. Anschließend vermeldete er den Stand der Gesamtmitgliederzahl der Abteilung zum 19. April 2017 von 16.712 Mitgliedern. Das sei ein Anstieg um 21 gegenüber dem Vorjahr. Es sei jedoch zu befürchten, dass die Zahl bis Sommer zurückgehen werde, weil viele Austritte noch nicht berücksichtigt seien. Als Austrittsgrund werden der Umgang mit der Presse, die vielen Trainer-Entlassungen und der häufige Wechsel auf der Geschäftsführerposition bei der KGaA genannt. „Es ist eine bedenkliche Entwicklung, auf die wir als Fußball-Abteilung nur bedingt Einfluss haben“, entschuldigte sich Beer. Seine Kollegen und er machen sich deshalb die Mühe, auf jeden Austritt schriftlich zu antworten.

Das Hauptaugenmerk der Fußball-Abteilung, so Beer, gelte der Nachwuchsförderung. „Wir werden alles tun, um die Qualität unserer Jugendarbeit – trotz widriger Umstände – aufrecht zu erhalten“, unterstrich er. Mit Blick auf den Abstieg der U17 aus der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest meinte der Abteilungsleiter: „Das Entscheidende ist nicht das Abschneiden in der Tabelle, sondern dass wir Talente für unsere Profi-Mannschaft entwickeln.“

Beer bedankte sich bei allen Spendern, der KGaA sowie Hauptgesellschafter Hasan Ismaik für deren Beitrag an der Eröffnung des neuen Kunstrasens. Außerdem begrüßte er die Pläne, dass beim Bau eines eigenen 1860-Stadions auch ein neues Nachwuchsleistungszentrum entstehen soll. „Wir können diese Vorhaben nur unterstützen, finden es aber befremdlich, dass wir von den Plänen aus den Medien erfahren mussten.“

Für Beer ist die Löwen-Fußballschule, die seit über 15 Jahren existiert, eine Erfolgsgeschichte. Mittlerweile bietet sie 30 Feriencamps an, was Rekord ist. Die 100.000 Euro, die Hasan Ismaik dem Nachwuchs zur Verfügung gestellt hat, werde man vor allem in die Infrastruktur investieren.

Kritik übte der Abteilungsleiter jedoch am fehlenden Zahlungseingang aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag mit der KGaA. „Uns fehlt eine halbe Million Euro, die noch nicht abgerechnet wurde“, monierte er. Dabei handele es sich um die komplette Saison 2015/2016 und drei Quartale der aktuellen Spielzeit.

Zum Abschluss seines Berichtes rief Beer die Mitglieder auf, sich bei der Nachwahl zum Verwaltungsrat bei der Mitgliederversammlung des Hauptvereins am 2. Juli 2017 dafür stark zu machen, Personen zu wählen, „die den e.V. im Blick haben“. Zudem betonte er, dass sich die Abteilung nicht gegen eine angedachte Kapitalerhöhung stellen würde. „Aber es müssen Gegenleistungen erwirkt werden, die uns als Fußball-Abteilung stärken und die Jugendarbeit weiter fördern.“ Einer Ausgliederung der Nachwuchsarbeit erklärte er eine klare Absage. „Wir wollen den Jugendbereich behalten und ihn weiter stärken.“ Zu diesem Punkt hatte die Abteilungsleitung auch einen Antrag gestellt. So lehnte die Versammlung eine Verlagerung der Jugendmannschaften (U9- bis U17-Junioren) von der Fußball-Abteilung zur GmbH & Co. KGaA mit großer Mehrheit ab.

Kassenwart Thomas Probst konnte anschließend positive Zahlen für die Saison 2015/2016 verkünden. Aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuschüssen ergab sich eine Summe von 981.399,79 Euro. Dazu kam ein Betrag von 1.177.765,93 Euro aus dem Jugendfußball. Der Summe der Erträge von 2.159.165,72 Euro standen Aufwendungen in Höhe von 1.917.369,68 Euro gegenüber. Das bedeute einen Überschuss von 241.795,04 Euro. Die Abteilung, so Probst, verfügte zum 30.6.2016 über ein Guthaben bei Kreditinstituten von 770.370,06 Euro.

Bei dem Punkt „Aussprache zu den Berichten“ standen die rückständigen Zahlungen der KGaA im Mittelpunkt. Präsident Peter Cassalette kündigte an, dass in der kommenden Woche ein Gesprächstermin mit der Geschäftsführung der KGaA anberaumt sei, um den Sachverhalt zu klären. „Ich gehe davon aus, dass die Zahlung zeitnah erfolgen wird“, so der 63-Jährige.

Nach knapp drei Stunden beendete Beer die Abteilungsversammlung. „Ich darf mich für ihr Kommen bedanken. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass der Verein lebt.“

Apr. 28 2017

  • TSV 1860